Navigieren in Gisikon

Beitrag Luzerner Zeitung: Gisikon will den Dorfkern aufwerten

Die Sagenmatt-Schüür wird nur punktuell genutzt. Die Eigentümer sind offen für Ideen, die der Gemeinschaft dienen.  Bild: Patrick Hürlimann

Die Schüür auf dem Areal Sagenmatt soll umgenutzt werden. Jetzt sucht die Eigentümerfamilie Ideen.

Simon Mathis
Die Gemeinde Gisikon hat eine neue Ortsplanung. Im September hat der Luzerner Regierungsrat die entsprechende Gesamtrevision genehmigt. Grundlegend revidiert wurden Bau- und Zonenreglement das letzte Mal 2011. Obwohl die Umstellung keine Einzonungen nach sich zieht, könnte sie die Bautätigkeit in Gisikon ankurbeln. «Für einzelne Grundstücke können sich neue Möglichkeiten ergeben», schreibt Reto Meier, der Geschäftsführer der Gemeinde. Er verweist auf An- und Umbauten, Erweiterungen bestehender Gebäude oder die Nutzung von Grundstücken im bestehenden Baugebiet. Die Ortsplanungsrevision stehe für die «Weiterentwicklung und bessere Nutzung des bereits bestehenden Siedlungsgebiets».

Auch die Gemeinde selbst hat Baupläne. In der Nähe des Dorfkreisels bei der Wissehrlistrasse gehört ihr eine Parzelle, auf der in erster Linie Wohnungen entstehen sollen. «Wir möchten Menschen, die sich in Gisikon wohlfühlen, ein aktuell fehlendes Angebot an kleineren, nachhaltigen und bezahlbaren Wohneinheiten anbieten», führt Meier aus. Das Projekt befinde sich zurzeit in der Planungsvorbereitung. Entsprechend sei es auch noch zu früh, um Daten zum Baustart angeben zu können.

Beiz, Lädeli oder Velowerkstatt?

Parallel zum Projekt der Gemeinde tut sich auch etwas auf der Sagenmatt – dem privaten Grundstück direkt beim Kreisel, auf dem eine alte Schüür steht. Östlich des Stalls entstehen zurzeit zwei Mehrfamilienhäuser. Sobald dieses Projekt abgeschlossen ist, will die Eigentümerfamilie eine Lösung für die Umnutzung der Schüür suchen. «Aufgrund der Reuss-Renaturierung werden wir etwa drei Hektaren Landwirtschaftsfläche verlieren», erzählt Familienmitglied Elia Malevez. «Der Hof schrumpft immer mehr zusammen und ist mittlerweile von Siedlungsgebiet eingeschlossen.» Schon jetzt seien die Landwirtschaftsflächen extern verpachtet.

Deshalb sei es der Familie ein Anliegen, die Schüür möglichst attraktiv umzunutzen – am besten so, dass die Bevölkerung von Gisikon einen Mehrwert daraus ziehen könne. «Wahnsinnig schön fänden wir zum Beispiel eine Beiz, ein Lädeli, eine Velowerkstatt oder einen Gemeindesaal», sagt Malevez. Das künftige Konzept müsse aber auch finanziell tragbar sein. «Was immer in der Schüür entsteht, es darf kein zu grosses Risiko sein.» Solche Projekte hingen auch davon ab, ob sich Menschen finden lassen, die mit Herzblut bei der Sache sind. Denn: «Leider hat unsere Familie nicht die Kapazität, das selbst in die Hand zu nehmen.»

Aktuell wird ein Teil der Schüür als Lagerraum vermietet, im ungenutzten Obergeschoss gebe es sehr viel Leerraum. Auf dem Gebiet gibt es einen Eselsstall mit Weide und einen Selbsterntegarten für die Nachbarschaft. Der nördliche Teil des Sagenmattareals befindet sich in der Landwirtschaftszone, was sich laut Malevez mittelfristig auch nicht ändern soll. «Aktuell ist es unser oberstes Anliegen, eine gute Lösung für die Schüür zu finden», sagt sie. Und betont: «Wir sind für Ideen offen, die der Gemeinschaft dienen.»

Elia Malevez hält fest, dass jede Umnutzung der Scheune auch mit der westlichen Einfahrt in die Kantonsstrasse zusammenhänge. «Nötig ist eine 50er-Zone», sagt sie. Aufgrund der Lärmbelastung sei dies ohnehin schon länger eine Forderung der Gisiker Bevölkerung.